Ortsbürgermeister Karl Moog verabschiedet sich nach 25 Jahren

Ortsbürgermeister Karl Moog verabschiedet sich nach 25 Jahren am 23. Juli 2014

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Herr Bürgermeister Unkel,
liebe Ratsmitglieder,

in wenigen Augenblicken beende ich nach 25 Jahren meine ehrenamtliche Tätigkeit als Ortsbürgermeister von Pfalzfeld, die ich am 16. August 1989 begonnen habe. Ich tue dies aus eigenem Entschluss, keiner hat mir dazu geraten, im Gegenteil. Ich will aufhören zu einem Zeitpunkt, an dem ich noch Respekt erhoffen darf und nicht Mitleid befürchten muss.

Diejenigen die 1989 schon dabei waren wissen es: Der Anfang war schwer, die Gemeinde enorm verschuldet, der Ruf dahin. Die Zukunftsaussichten trübe.

Enorme Unterstützung und großen Rückhalt fand ich, vom ersten Tage bis zu letzten Tage, in den langjährigen Beigeordneten Franz Braun und Waldemar Schneider. Die oft kritisch, aber dennoch fördernd und ausgleichend, meine Arbeit begleitet haben.

Lieber Franz,
lieber Waldi,
ohne Euch hätte ich das Amt des Ortsbürgermeisters sicherlich keine 25 Jahre ausüben können. Ich darf Euch heute ganz herzlich danken.

Ebenso herzlich will ich meiner Familie, unseren Söhnen, insbesondere meiner Ehefrau Brigitte danken, die stets Verständnis für meine ehrenamtliche Tätigkeit hatte, und noch hat. Die mich immer, wo es nur möglich war, unterstützte, entlastete  und mir sehr viel Arbeit abnahm. Vielen Dank Brigitte.

25 Jahre sind zwar in geschichtlichen Zeiträumen gemessen nicht viel. Für die Entwicklung einer Kommune, für die Tätigkeit eines Einzelnen ist es eine lange Zeit. Was ist in den letzten 25 Jahren so alles in Pfalzfeld geschehen, was wurde voran gebracht? Ich darf einige grundlegende „Ereignisse“ ansprechen:

Da war zunächst die Erschließung des Industriegebietes „An der Autobahn“. Vor dem Hintergrund unklarer vertraglicher Regelungen drohte der Landeszuschuss, in Höhe von damals von knapp 1.000.000,00 DM, verloren zu gehen. Was für unsere verschuldete Gemeinde eine Katastrophe gewesen wäre. Etliche Fahrten nach Mainz, schwierige Verhandlungen mit den leider auch „im Boot“ befindlichen Privateigentümern führten letztlich zum Erfolg. Wir durften den Zuschuss behalten.

Vor dem Hintergrund fehlender Wohnbauplätze, zwölf junge Pfalzfelder Familien waren bereits in Nachbargemeinden abgewandert, musste das seit Jahren in Planung befindliche Wohnbaugebiet „Auf den Hofgärten – Am Scheid“ erschlossen werden. Auch das ist uns gelungen.

Die im Jahre 1993 anstehende 1100-Jahr-Feier wurde von der Dorfgemeinschaft mit Bravour gemeistert. Ein  großer Erfolg für alle Pfalzfelder. Als Schirmherr konnte der damalige Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer gewonnen werden. Ebenfalls ein großer Erfolg für uns Pfalzfelder.

Im Zuge der 1100-Jahrfeier war der Brandweiher grundlegend zu sanieren, was gleichzeitig eine Bedingung für die Errichtung eines neuen Feuerwehrgerätehauses war. Das alte Gemeindehaus wurde abgebrochen. Der Backesplatz neu gestaltet. Die Grundschule konnte wieder ins Dorf geholt werden. Um den Bau der Grundschule realisieren zu können waren, sage und schreibe, 29 notarielle Grundstücksverträge erforderlich.

Die Nachbildung unserer „Flammensäule“ fand in einem sehr gepflegten Umfeld, in der Nähe des Bahnhofes, einen ehrenvollen und viel bewunderten geeigneten Standplatz.

Der Kindergarten wurde erweitert sowie mehrfach saniert. Nicht zuletzt ist neues funktionales Gemeindehaus, mit viel Eigenleistung, gebaut worden.

Neben dem Erwerb der Anwesen „Neuhaus“ und „Markies“, musste die „Industriestraße“ im Industriegebiet „Layen“  komplett saniert werden. Es musste aber auch ein geplanter „Bordellbetrieb“ in unserer Gemarkung – gerichtlich – abgewehrt werden. Selbst das Oberverwaltungsgericht hat uns Recht gegeben. Verantwortlich hierfür zeichnete allein der damalige Gemeinderat, die zuständigen Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung in Emmelshausen – allen voran Bürgermeister Peter Unkel – und nicht zuletzt „unser“ Rechtsanwalt, sonst niemand.

In den letzten Jahren wurde viel Geld in Pfalzfeld investiert. Es wurde aber auch gespart. Wir haben derzeit einen Rücklagenbestand von rund 270.000,00 €. Die dauernde Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde ist auf Jahre gesichert, wenn verantwortungsvoll mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln umgegangen wird.

Trotz 268 Gemeinderatssitzungen,
25 Sitzungen des Rechnungsprüfungsausschusses,
24 Sitzungen des Elektrizitätszweckverbandes,
25 Sitzungen des Waldverbandes „der Scheid“,
25 Sitzungen des Forstzweckverbandes
und vielen Sitzungen des Verbandsgemeinderates,
etlicher Vorberatungen im Gemeinderat
sowie Einwohnerversammlungen,
ich könnte die Aufzählung beliebig fortführen,
hat mir die Aufgabe „Dienst für den Bürger“ sehr viel Spaß gemacht.

Ich möchte diese 25 Jahre als Ortsbürgermeister, aber auch vorher die 15 Jahre im Gemeinderat nicht missen. Sie haben mein Leben ganz wesentlich mitgeprägt. Ich bereue keinen einzigen Tag und bin dankbar die Entscheidung, vor 25 Jahren das Amt des Ortsbürgermeisters anzutreten, getroffen zu haben. Aus der Zusage einer halben Legislaturperiode, sind tatsächlich fünf Legislaturperioden geworden.

Ein Wehrmutstropfen: Obwohl jahrzehntelanger Bemühungen ist es mir leider nicht gelungen, den Landesbetrieb Mobilität davon zu überzeugen, dass unsere Hauptstraße (die
Landesstraße L 214) einer dringenden Sanierung bedarf.

Lieber Peter,
Dir wünsch ich ein erfolgreiches Wirken im „neuen“ Ehrenamt und eine glückliche Hand im Umgang mit den Bürgern und den Ratsmitgliedern. Du hast in vielen Funktionen innerhalb unserer Gemeinde, u. a. über zwei Jahrzehnte im Gemeinderat, bewiesen dass Du das Ehrenamt ernst nimmst. Wie viele andere bin auch ich der Überzeugung, dass Du ein guter, verantwortungsvoller Ortsbürgermeister sein wirst.

Liebe Ratskollegen,
lieber Peter Unkel,
Euch allen danke ich für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung meiner Arbeit als Ortsbürgermeister in den vergangenen 25 Jahren. Für die Zukunft wünsche ich alles Gute.

Vielen Dank.

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